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Wie wirkt das Autogene Training?

Daß das Autogene Training bei einer Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten nützlich ist, ist so oft untersucht worden, daß an seiner Effektivität kein Zweifel besteht. Genauso eingehend untersucht wurde aber auch, wie das Autogene Training auf körperlicher Ebene wirkt. Seine positive Wirkung auf das Muskelsystem, die Atmung und das Autonome- und Zentrale Nervensystem ist besonders hervorzuheben:

Muskelsystem

Das Autogene Training bewirkt eine Entspannung des extrapyramidalen Muskelsystems. Dadurch erfahren die Muskeln nach Überanstrengung durch äußere Aktivität (einseitige Belastung, Leistungssport) oder innere Anspannung (psychischer Streß, der meist mit Muskelspannung einhergeht) die notwendige regenerative Erholung. Einer chronischen muskulären Verspannung wird vorgebeugt.

 

muskuläre Entspannung

Atmung

Die Atmung wird durch das Autogene Training reguliert. Ein guter Atemrhythmus bewirkt eine Optimierung des CO2-Gehaltes und des pH-Wertes im Blut. Diese beiden Faktoren bewirken ihrerseits eine ausgeglichene hormonelle Aktivität und gute Temperaturegulierung.

 

Selbstregulation des
Atemrhythmus

Autonomes Nervensystem

Mit dem Autogenen Training schafft der Übende einen Ausgleich zwischen sympathischer und parasympathischer Erregung. Das führt zu einer Regulierung der gesamten Organtätigkeit. Blutdruck und Herzrhythmus regulieren sich ebenso wie das Verdauungssystem.

 

Reduktion
innerer Nervosität

Zentrales Nervensystem

Das Autogene Training beeinflußt die Aktivität des Gehirns. Gefördert wird ein entspannter Wachzustand in Form einer erhöhten Alpha-Aktivität (~ 8 – 13 Hz), bis hin zu einem Zustand wacher Aufmerksamkeit durch eine Erhöhung des SMR-Bandes ( ~ 13 – 16 Hz).

 

Verbesserung von
Aufmerksamkeit und Konzentration

Wirksamkeit des Autogenen Trainings

Wirksamkeit kann man messen. Es gibt inzwischen sehr gute Geräte, die für die Biofeedbacktherapie entwickelt worden sind. Diese kann man zur Überprüfung des Lernfortschritts beim Autogenen Training nutzen. Als Beispiel zeige ich zwei Aufnahmen eines 46-jährigen Mannes. Der Proband war körperlich gesund. Er fühlte sich in seiner gehobenen beruflichen Position aber oft schnell ermüdet und hatte Sorge, den damit verbundenen Belastungen auf Dauer nicht gewachsen zu sein. Zwischen den Messungen lagen drei Monate Übungszeit des Autogenen Trainings.

 

effektives
Stressmanagement

Typische Streßkurve
Die nebenstehende Grafik zeigt eine typische Streßkurve, die auch als "Treppeneffekt" bezeichnet wird. Gemessen wurde die Hautleitfähigkeit als Indikator für die sympathische Erregung. Vier Stressoren bewirkten jeweils ein Ansteigen der sympatischen Erregung. Das ist normal. Der Proband schaffte es aber nicht, sie in einer darauffolgenden, kurzen Ruhephase abzubauen, sondern verharrte auf einem höheren Niveau. Das ließ die Kurve insgesamt ansteigen. Der Bereffende tendierte mittelfristig zu einer Überreizung, was langfristig zu einer erhöhten Ermüdbarkeit und geringerer Leistunsfähigkeit führte.

stresskurve
Treppeneffekt

Zur-Ruhe-Kommen mit Autogenem Training
Diese Grafik zeigt die Veränderung der Streßkurve nach Erlernen des Autogenen Trainings. Gemessen wurde wieder die Hautleitfähigkeit als Indikator für die sympathische Erregung. Drei Stressoren bewirken jeweils ein Ansteigen der sympatischen Erregung. Der Proband schafft es nun, die vegetative Anspannung in einer verhältnismäßig kurzen Zeit abzubauen. Erwähnenswert, daß er erst nach dem letzten Stressor das Autogene Training anwendet. Das zeigt, daß die Erholungsfähigkeit auch insgesamt verbessert wurde.

stressmanagement
Stressmanagement

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